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Brokkoli: Positive Effekte auf den Darm

Fresh broccoli on white background closeup

Brokkoli enthält bestimmte Sekundäre Pflanzenstoffe, die Glucosinolate, die sich im Darm positiv auswirken, speziell das Sulforaphan. Dazu muss man wissen, dass die Darmschleimhaut eine natürliche Barriere darstellt und damit Teil unseres Immunsystems ist. Wird sie durchlässig, kommt es zum Leaky Gut, also zum „löcherigen“ Darm, bei dem Erreger und Schadstoffe leichter in den Körper gelangen können. Dadurch wird der Körper vergiftet, es kommt zu einer sogenannten metabolischen Endotoxinämie. Diese giftigen Stoffe, die eigentlich mit dem Stuhl ausgeschieden werden sollten, gelangen also beim Leaky Gut in den Blutkreislauf und verursachen dort unterschwellige Entzündungsprozesse („silent inflammations“), die dann Allergien, Autoimmunerkrankungen und viele weitere Erkrankungen wie Diabetes und Arteriosklerose begünstigen können. Japanische Forscher konnten zeigen, dass Sulforaphan aus Brokkoli diese metabolische Endotoxinämie abmilderte, indem es sich positiv auf die Zusammensetzung der Darmflora auswirkte.

Sulforaphan wirkt positiv auf die Darmflora

Sulforaphan wirkt nämlich im Darm ähnlich wie auch andere Sekundäre Pflanzenstoffe prebiotisch und fördert das Wachstum der ‚guten‘ Darmbakterien. Dadurch kann das Sulforaphan aus dem Brokkoli auch bei Darmentzündungen positive Effekte zeigen. So konnte in einer US-Studie dokumentiert werden, dass Patienten mithilfe von Brokkoli besser mit den Symptomen eines Leaky Gut Syndroms und einer Colitis zurechtkamen als Personen, die aufgrund ihrer genetischen Disposition diese Brokkoliinhaltsstoffe nicht verwerten können. Grund für diese antientzündliche Wirkung sind wiederum Abbauprodukte der Glucosinolate wie das Indolcarbazol (ICZ). Diese im Magen entstehenden Zerfallsstoffe binden an bestimmte Rezeptoren in der Darmschleimhaut, die der Körper zur Regulation seiner Reaktion auf bestimmte Umweltgifte braucht. Werden diese Rezeptoren aktiviert, fördert das die Undurchlässigkeit der Darmschleimhaut für schädliche Stoffe. Die Folge: Das darmbasierte Immunsystem wird unterstützt und das Risiko für eine Entzündung der Darmschleimhaut und deren mögliche Folgen wie Krebs oder Morbus Crohn verringert sich.

Lagerung und Zubereitung zerstört wichtige Brokkoliinhaltsstoffe

Um all diese positiven Effekte zu bewirken, müssen die wertvollen Inhaltsstoffe natürlich auch in den Zielzellen ankommen. Und genau dies wird leider durch unsere herkömmliche Zubereitungsweise meist verhindert. Von der Ernte bis zum Verzehr werden durch viele Verarbeitungsvorgänge wie Transport und Lagerung, Zerkleinern, Auftauen und Erhitzen zahlreiche der wertvollen Inhaltsstoffe zerstört. Die Infografik zeigt die Verluste an Glucosinolaten, die durch Lagerung und Zubereitung des Brokkolis entstehen. Die Zerstörung der Glucosinolate durch das Kochen ist sowohl von der Zeit, als auch von der Menge des Kochwassers abhängig. Das bedeutet, dass ein kurzes Blanchieren von möglichst frischem Brokkoli oder sogar der Verzehr von rohem Brokkoli am günstigsten ist – zumindest für diejenigen, die von der gesundheitsfördernden Wirkung des Brokkoli profitieren wollen. Auch Dampfgaren ist in Bezug auf den Glucosinolatgehalt noch vertretbar. Das Erhitzen in der Mikrowelle ist dagegen ungeeignet, da hierbei die Zellen durch das in ihnen siedende Wasser platzen. Ein hoher Anteil an Glucosinolaten befindet sich auch im Strunk, der jedoch in der Regel nicht mitgegessen wird.

Sinnvoll bei Reizdarm: Kapseln mit Brokoliextrakt

Da Brokkoli auch viele Ballaststoffe enthält, ist gerade für Reizdarmpatienten der Verzehr von (halb-)rohem Brokkoli eher ungünstig, da diese Blähungen verursachen können. Wer unter einem Reizdarm leidet, sollte daher lieber auf Nahrungsergänzungspräparate mit Brokkoliextrakt zurückgreifen. Hierbei gilt es jedoch einiges zu bedenken. Entscheidend für die gesundheitlichen Wirkungen des Brokkolis auf dem Darm sind dessen Sekundäre Pflanzenstoffe, insbesondere das Glucoraphanin. Damit diese Substanz ihre positive Wirkung im Körper entfalten kann, muss sie im Körper jedoch zunächst erstmal gespalten werden. Dies geschieht mithilfe eines Enzyms, der Myrosinase. Dieses Enzym ist ebenfalls im Brokkoli enthalten und wird durch die Zerstörung der Zellstrukturen – nämlich durchs Kauen – im Körper frei. Der Stoff, der durch die Spaltung des Glucoraphanins mithilfe der Myrosinase entsteht, ist das Sulforaphan. Dabei entsteht der typische Kohlgeruch und -geschmack. Im Darm setzen Darmbakterien diesen Umwandlungsprozess weiter fort. Wer von den gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen des Brokkolis, also vor allem dem Glucoraphanin optimal profitieren, es zum Beispiel im Rahmen einer pflanzlichen Ernährungstherapie einsetzen will, sollte daher ein Extrakt nutzen, der zugleich auch das Enzym Myrosinase enthält. Denn dann entsteht das gesundheitlich wirksame Sulforaphan ganz frisch im Darm. Wichtig ist, dass der Herstellungsprozess des Extraktes schonend ist und die Temperaturen immer unter 40° Grad Celsius liegen, damit das Enzym Myrosinase nicht zerstört wird. Da sowohl das Glucoraphanin und die Myrosinase säureempfindlich sind, ist es wichtig, dass der Extrakt in einer magensäureresistenten Kapsel verabreicht wird. Diese Voraussetzungen erfüllt z.B. das Präparat Brokkoliextrakt + Aktiv-Enzym von Dr. Wolz (PZN 15238843).

Dieser Beitrag stammt von:

Dr. Mathias Oldhaver

Der Mikronährstoffexperte Dr. Mathias Oldhaver studierte ‚Clinical Nutrition‘ an der renommierten ‚International Academy of Nutrition‘ (Australien). Heute ist er als ist Heilpraktiker und Medizinjournalist tätig. Als Autor zahlreicher Fachartikel und Bücher sowie durch TV-Auftritte hat er sich bei einem gesundheitsorientierten Publikum bekannt gemacht.

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