Anthocyane gehören zu der Gruppe der Flavonoide und sind in roten, blauen oder violetten Beerenfrüchten zu finden. Andere Aufnahmequellen sind rote Fruchtsäfte und Rotwein. Die Aufnahmemenge liegt bei etwa 20-50 mg/Tag in Europa und ist stark saisonabhängig, da anthozyanreiche Früchte wie Himbeeren oder Erdbeeren eher im Sommer konsumiert werden. Rotfleischige Weintrauben können beispielsweise etwa 150-750 mg pro 100 g enthalten. Diese Gehalte sind stark von der Sorte und den Witterungsbedingungen abhängig. Besonders große Mengen sind in Aroniabeeren enthalten. Sie können eine Konzentration von bis zu 10 g/kg Frischgewicht besitzen. Aroniabeeren werden oft als Konzentrat in Mehrfruchtsäften beigemischt, um eine kräftige Farbe hervorzurufen. Auch die kräftige dunkelrote Farbe der schwarzen Karotte wird durch einen hohen, sehr stabilen Anthozyananteil hervorgerufen.
Wirkung von Anthozyanen allgemein
Die positiven ernährungsphysiologischen Wirkungen von Anthozyanen auf den menschlichen Körper sind in zahlreichen Studien belegt worden. Neben der oft beschriebenen antioxidativen Wirkung können Anthozyane beispielsweise die Blutgerinnung verlangsamen sowie die Zusammenlagerung von Blutplättchen verringern, antientzündlich wirken, die Entstehung von Krebs verhindern oder hinauszögern und das Mikrobiom des Darms oder das Sehvermögen positiv beeinflussen. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass Anthozyane hemmende Effekte auf die Körperfettakkumulation haben. Möglicherweise wirken sie auf Fettzellen im Gewebe ein und beeinflussen die Ausschüttung von Adipokinen, welche als Botenstoffe auf den Glukose- und Fettstoffwechsel sowie das Hungergefühl einwirken.
Anthozyane und Nervenzellen
Anthozyane gelangen über die Blut-Hirn-Schranke entweder als originäre Moleküle oder als Abbauprodukte in das Gehirn. Zahlreiche Studien zur Wirkung dieser sekundären Pflanzenstoffe konzentrieren sich auf deren Einfluss auf neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenz. Ihre antioxidative Wirkung und ihr direkter Eingriff in Signalwege zur Bildung von Entgiftungsenzymen führen zu einer verringerten Entzündung an Nervenzellen. Zahlreiche weitere Studien zeigen einen deutlichen Effekt von Anthozyanen auf das Gehirn über die Verringerung von Stresssignalen im Gehirn, einer Neubildung von Nervenzellen und einer erhöhten Ausschüttung von Signalen, die Lernen und Erinnerung fördern. Eine Studie mit älteren Personen, die eine definierte Menge Traubensaft zu sich nahmen, zeigte eine Steigerung der Erinnerungsfähigkeit und eine erhöhte Aktivität von Hirnregionen im MRT, die für das Gedächtnis zuständig sind. Eine Aufnahme von Blaubeersaft zeigte in einer Studie eine Verbesserung der Gedächtnisleistung und einen positiven Einfluss auf die Symptome von depressiven Verstimmungen.
Anthozyane und Übergewicht
Ein erhöhter Anteil an Fettgewebe bei Übergewicht oder Fettleibigkeit geht meist auch mit einem veränderten Immunstatus einher. Es werden vermehrt entzündungsfördernde Botenstoffe gebildeten, die auch im Blutbild nachweisbar sind. Die Anzahl an Immunzellen im Fettgewebe steigt ebenfalls. Fresszellen verdauen vermutlich zusätzlich Fettzellen und halten die Entzündung aufrecht. Zudem steigt die Belastung an freien Radikalen durch unterschwellige Entzündungen, was wiederum andere schwerwiegende Zellschäden zur Folge haben kann. Anthozyane können in diese Entzündungsprozesse eingreifen, indem sie der Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen auf Zellebene im Gewebe entgegenwirkt.
Fazit
Eine wichtige Frage ist nun, wie sekundäre Pflanzenstoffe gezielt in im Alltag, zur Prävention und Therapie eingesetzt werden können. Die Basis bildet eine vollwertige, abwechslungsreiche Ernährung mit ausgewählten, möglichst rot, blau oder violetten Obst- und Gemüsesorten. Manchmal ist dies auf Grund von Unverträglichkeiten, Appetitlosigkeit oder Schwierigkeiten beim Kauen oder Schlucken nicht möglich. Weil zudem eine Kombination von Anthocyanen aus unterschiedlichen Quellen wirksamer ist als aus einer einzelnen Obstsorte, kann es sinnvoll sein, auf hochwertige Vitalstoffpräparate mit definierter Anthozyanmenge zurückzugreifen (z.B.- Vitalkomplex Dr. Wolz). Dabei gilt je intensiver die Farbe, desto mehr Anthozyane sind enthalten.













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